Wo die teuersten Uhren entstehen

0
56

Glashütte.  Uhrmacher Robert Hoffmann setzt sich gern abends in Ruhe hin und vertieft sich noch einmal in sein Arbeitsstück. „Ich schenke mir einen Whisky ein und schaue mit der Lupe in die Tiefe des Uhrwerks.“ Bei den Zeitmessern, die Hoffmann fertigt, geht das: Die Rückseite ist aus Glas.

Hoffmann arbeitet für A. Lange Söhne im sächsischen Glashütte. Seit 1845 werden hier Chronometer hergestellt, mittlerweile einige der teuersten Serien-Armbanduhren der Welt. Das Spitzenmodell Grand Complication kostet 1,92 Millionen Euro. Es werden sechs Stück gefertigt. Verknappung hält den Preis hoch. Das Einsteigermodell ist für 14.900 Euro zu haben, für mittelteure Exemplare geben die Kenner um die 100.000 Euro aus.

Hoffmann arbeitet schon lange bei dem Luxushersteller. Mit 16 begann er seine Lehre in der Manufaktur A. Lange Söhne. Hoffmann ist nun 32 Jahre alt und leitet die Herstellung des Armbanduhrenmodells Zeitwerk. Sieben Jahre arbeitete er in London, dann kam er in das Städtchen im sächsischen Erzgebirge zurück. „Hier gehöre ich hin“, sagt Hoffmann. „Eine bessere Tätigkeit kann ich mir nicht vorstellen.“ Der Mann mit den rötlichen krausen Haaren trägt eine Uhr aus eigener Produktion am Handgelenk, „zum Testen“. Eine eigene hat er sich noch nicht leisten können. Und die Kollegen? „Die Ferrari-Mechaniker fahren nicht alle Ferrari“, sagt Unternehmenssprecher Mark Stelzer.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here